Ich muss gestehen, als ich hier das erste mal alleine mit der U-Bahn fahren sollte, kam ich mir etwas verloren vor. Mittlerweile kenn ich mich jedoch so gut aus, dass Touristen mich aus allen Ländern der Welt aufsuchen und mich nach dem Weg fragen. Zumindest kommt es mir so vor. Zu 99% muss ich jedoch abwinken und gebe dann preis, dass ich aus Glehn komme, worauf ich dann blöd angeguckt, aber in Ruhe gelassen werde.
Also vorweg: der U-Bahn-Bereich stinkt unglaublich nach dreckigem Keller. Ich gebe zu, dass ich anfangs sehr skeptisch war. Es ist einfach ein unangenehmes Gefühl, mit so vielen fremden Menschen in einem Fahrzeug zu sitzen und sich von a nach b fahren zu lassen. Hinzu kommt, dass man natürlich nicht immer einen Sitzplatz bekommt. Die Atmosphäre ist eigentlich ähnlich wie in einem Aufzug, nur dass man eben doch noch so viel mehr Platz hat, dass man sich nicht gegenseitig auf die Füße guckt und auch gerne mal nach oben sieht.
Mittlerweile muss ich sagen, dass es so schlimm gar nicht ist, im Gegenteil, Bahnfahren finde ich mittlerweile echt praktisch. Während man auf dem Dorf nur alle 30 min mit dem Bus in die Stadt kommt, fährt die Bahn hier fast im Minutentakt. In den Anfangs erwähnten Geruch habe ich mich mittlerweile verliebt, sodass ich gerne auch mal 3-4 Züge verpasse und einfach nur da sitze und den Geruch genieße.

Das Foto oben links zeigt den Abstieg zu meiner absoluten Lieblingslinie, die U55, die nur an 3 Stationen hält: Hauptbahnhof, Bundestag und Brandenburger Tor. Für jeden Touri ein muss, denn diese Stationen sind wirklich sehr schön gestaltet, mein erster Gedanke war, dass diese Stationen einem kleinen Museum ähneln.
Auf dem Foto rechts sieht man die Linie U9 an ihrer Endhaltestelle, der Osloer Straße und weil Endstation war, hab ich die Kamera gezückt und dieses nette Foto geschossen. Hat irgendwie was von „I’m Legend“ oder „28 Days Later“.
Eine andere praktische Linie ist die U8, die zum Alexanderplatz fährt, von dem werde ich demnächst auch ausgiebig berichten.
Ich hab ganz vergessen euch zur erzählen, dass ich umgezogen bin… Wer mir also demnächst Schokolade schicken möchte, sollte noch auf meinen neuen Eintrag warten, dann verrate ich, wo ich jetzt wohne.
Nur eins sei vorweg gesagt: Hier gibt es jetzt zwar keine dreckige Küche mehr,
dafür aber eine alte Lampe.
Seid gespannt!